Praxis-Workshop:

Identität – was ist das eigentlich? – Mit praktischen Schreib- und Gestaltungsinterventionen uns selbst auf der Spur

Im Alltag und in unserer Auseinandersetzung mit uns setzen wir oftmals Begriffe wie „Ich“, Identität“, „Person“ oder „Selbstbewusstsein“ voraus und operieren ganz selbstverständlich damit. Nur – was genau bedeuten diese Begriffe eigentlich? Und wo ist die Abgrenzung zu „Image“ und „Charakter“? Dieser Workshop bahnt eine Schneise durch den Begriffs-Wirrwarr, indem wir im ersten Teil Begriffe definieren und Auffassungen der TeilnehmerInnen abgleichen. Dabei begreifen wir unser Leben als Geschichte und beschäftigen uns auch mit der sogenannten „Narrativen Identität“.

Wir wollen jedoch nicht „ins Philosophieren“ geraten – uns interessieren auch die Geschichten und Bilder, die sich hinter den Begriffen verbergen. Deshalb greifen wir nach dem einführenden ersten Teil im praktischen zweiten Teil des Workshops zum Stift und erzählen unsere Geschichte: in kleinen Anekdoten, in Szenen, Dialogen, in Metaphern, Skizzen und Schaubildern.

Ziel des Workshops ist es, uns selbst in Wort und Bild zu begegnen und kreative Interventionen kennenzulernen, die uns über diesen Workshop hinaus begleiten können. Die einen sind in der Sprache zu Hause, die anderen fühlen sich mit Bildern wohl – für beide Vorlieben bieten wir Übungen an.

Der Mehrwert des Schreibens liegt nicht nur darin, dass es Kreativität weckt. Schreiben fördert wie kaum eine andere Kulturtechnik die Reflexion. Das Schreiben zwingt dazu, präzise zu sein: Was? Wer? Wann? Wo? All dies hilft, von Begriffen, Theorien und Klischees wegzukommen – hin zu einem frischen Ansatz mit persönlichen, individuellen Worten. Wenn die Texte dann in der Gruppe oder auch allein gelesen werden, erscheinen Dinge, die vorher nicht bewusst waren – Aha-Erlebnisse garantiert!

Der Mehrwert des Malens liegt darin, etwas sichtbar zu machen und gleichzeitig einen nonverbalen Kanal anzuzapfen, der wegführt vom Denken und Reflektieren. Ob gegenständlich oder abstrakt, Symbole können zu einer persönlichen Ikonographie heranreifen, Farben und Strukturen geben Auskunft über Befindlichkeiten. Dabei betrachten wir hier das Malen ohne Zwang, sondern als praktisches, kreatives Tool und als Wiederbelebung eines meist nach der Kindheit verschütteten Ausdrucksmittels.

Es sind keine Vorkenntnisse nötig! Nach einem theoretischen Teil erfolgt Gruppenarbeit beim Schreiben oder Malen; mindestens vier Praxisübungen in jedem Bereich.